Printum Ipsum – Ein Abend voller Kreativität, Ozean und Sri Lanka

Im Januar durfte ich Teil von Printum Ipsum sein – einer Ausstellung, die jedes Jahr von Illustrator:innen und Designer:innen auf die Beine gestellt wird. Es ist immer wieder erstaunlich, was für eine Energie in diesem Projekt steckt: Keine festen Themen, keine Vorgaben, kein Konzept, nur die Möglichkeit, sich kreativ vollkommen losgelöst auszudrücken. Man könnte sagen, die Ausstellung ist wie ein Ort, der jedes Jahr neu entsteht – ein Raum, in dem alles erlaubt ist, alles sichtbar werden kann, alles von der eigenen Persönlichkeit ausgeht.

Für mich war der Start alles andere als leicht. Anfangs habe ich richtig Panik bekommen. Wer bin ich eigentlich, was möchte ich zeigen, wie präsentiere ich mich, ohne dass es peinlich oder falsch wirkt? Diese Fragen haben mich regelrecht überwältigt. Ich habe auf die Ideen geschaut, die ich hatte, und alles erschien mir nicht gut genug. Ich habe gezweifelt, habe mich verloren gefühlt in der Frage, wie man sich selbst zeigt, ohne sich zu verstellen. Denn wenn man sich selbst zeigt, gibt man auch etwas sehr Verletzliches preis – und genau das ist ja der spannende, aber auch einschüchternde Teil. Jeder, der sich schon einmal gefragt hat: „Wer bin ich eigentlich?“ kennt dieses Gefühl.

Und dann kam der Moment, in dem ich beschlossen habe, meinen Perfektionismus loszulassen. Einfach loszulassen. Nicht alles musste perfekt sein, nicht alles musste kompliziert oder besonders sein. Ich habe angefangen, mich selbst zu zeigen, so wie ich gerade bin, mit all den Gedanken, den Erinnerungen, den Gefühlen, die mich beschäftigen. Und was mir dabei am meisten geholfen hat, war die Erinnerung an Sri Lanka, an die schönste Zeit meines Lebens, und an den Ort, der für mich fast alles bedeutet: den Ozean.

Aus diesen Erinnerungen, aus diesen Emotionen heraus sind die Designs entstanden. Ganz simple, gefühlvolle Karten und Poster, die meine Liebe zu diesen Momenten einfangen, die Sehnsucht, die Freude, die kleinen Details, die mir damals so unendlich viel bedeutet haben. Es waren keine komplizierten Konzepte, keine großen Statements, sondern kleine Stücke von mir – persönlich, ehrlich, unperfekt, aber genau deswegen richtig.

Dabei musste ich mich immer wieder bremsen. Ich wollte alles zeigen, alles verarbeiten, in meiner Kreativität abtauchen, ohne zu viel nachzudenken, ohne mich selbst zu verlieren. Und genau das war das Spannende, das Befreiende. Zum ersten Mal seit langer Zeit konnte ich einfach ich sein. Keine Regeln, keine Vorgaben, kein Alltag, der mich einschränkt, kein Perfektionismus, der alles blockiert. Nur meine Intuition, mein Gefühl, mein Charakter – Anne pur – auf dem Papier.

Dieser Prozess war intensiv. Es war ein Auf und Ab zwischen Angst, Verzweiflung, Euphorie und Freiheit. Ich habe mich tief hineingelehnt in alles, was ich fühle, in die Sehnsucht nach den Orten, die ich liebe, in die Erinnerung an Menschen und Momente, die mir wichtig sind. Gleichzeitig musste ich lernen, mich nicht in der eigenen Vielfalt zu verlieren, nicht zu sehr abzuschweifen, sondern die Essenz dessen zu finden, was mir gerade wichtig war. Und genau darin lag die Magie von Printum Ipsum: Ich durfte meine eigenen Grenzen austesten, ohne dass jemand kritisierte, ohne dass ich mich rechtfertigen musste.

Der Abend der Ausstellung selbst war unbeschreiblich. Ich habe mich richtig mitgenommen gefühlt. Freunde und Bekannte sind gekommen, manche von weit her, andere aus der Nähe, und es hat mich so sehr gefreut, sie zu sehen, mit ihnen zu reden, zu lachen, zu spüren, dass all die Arbeit, die Angst und die Zweifel sich gelohnt haben. Es war ein Raum voller Leben, voller Energie, voller Kreativität. Jeder Besucher hat gespürt, dass hier Menschen etwas Persönliches gezeigt haben – ein Stück ihrer Seele auf Papier gebracht.

Ich habe die Arbeiten der anderen Illustrator:innen und Designer:innen bewundert, wie unterschiedlich, wie mutig, wie echt alles war. Es war inspirierend zu sehen, wie jeder seinen eigenen Ausdruck gefunden hat, wie jeder etwas Einzigartiges beigetragen hat, und gleichzeitig war es ein Gefühl von Gemeinschaft, von Verbundenheit, weil wir alle denselben Weg gegangen sind: Uns selbst zeigen, uns frei entfalten, uns über die eigenen Grenzen hinaus bewegen.

Für mich war Printum Ipsum eine Erinnerung daran, wie wichtig es ist, die eigene Stimme zu finden, die eigenen Gefühle zuzulassen und sichtbar zu machen. In meinem Alltag, in dem ich oft Regeln folge, Erwartungen erfülle und meinen Charakter manchmal zurückstellen muss, war es unglaublich wertvoll, wieder ganz Anne sein zu dürfen. Mich treiben zu lassen, meine Intuition zu hören, meine Erinnerungen und Sehnsucht auf Papier zu bringen – das hat mich erfüllt und gleichzeitig befreit.

Und weil ich dieses Erlebnis so besonders fand, freue ich mich besonders, dass alle gestalteten Karten, Postkarten und Poster auch in meinem Onlineshop erhältlich sind. Wer nicht bei der Ausstellung dabei sein konnte oder noch gezögert hat, kann sich so ein Stück von dieser Freiheit, dieser Kreativität und diesen Momenten nach Hause holen. Schaut gerne vorbei, stöbert, lasst euch inspirieren – vielleicht findet ihr genau das Stück, das euch ein bisschen von diesem Ozean- und Sri-Lanka-Gefühl schenkt, das mich so stark bewegt hat.

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